Liebe Kolleginnen und Kollegen an den berufsbildenden Schulen,

als ich den Text für diesen Rundbrief schrieb, konnte ich noch sagen: Wie schön – wir haben am RPI Loccum wieder ein volles Haus. Seit 2018 sind wieder alle Stellen im RPI besetzt. Am 1.1.2018 trat Lena Sonnenburg ihren Dienst an, zuständig für Grundschule und Lernwerkstatt, seit 1.6.2018 verantwortet Dr. Simone Liedtke mit einer halben Stelle die Medienpädagogik und am 1.8.2018 kam ich neu ins Team, zuständig für den Bereich Berufsbildende Schulen und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit. Inzwischen zeichnet sich aber schon wieder ab, dass Stellen frei werden. Oliver Friedrich, der bisher mit der Vikariatsausbildung und dem Loccumer Pelikan betraut war, verlässt das RPI und wechselt mit jeweils 50% in Schule und Gemeinde. Das Bewerbungsverfahren für diese Stelle läuft derzeit. Wir hoffen sehr, dass wir bald tatsächlich wieder ein volles Haus haben.

Denn diese personelle Stärke spiegelt sich auch in der neuen Breite des Fortbildungsangebots wider. Was mich besonders freut: Weil es für den Berufsbildenden Bereich nun eine 100%-Dozentenstelle gibt, habe ich die Möglichkeit, deutlich mehr Fortbildungen anzubieten als meine Vorgängerin, die dafür nur die Hälfte ihrer Zeit einsetzen konnte. Doch nicht nur die Anzahl hat sich erhöht, es sind auch neue Formate dazu gekommen. So wird es ab 2020 endlich eine eigene Vokationstagung für Religionslehrkräfte an berufsbildenden Schulen geben. Bereits in diesem Jahr fand auch erstmalig eine Tagung für Lehrkräfte statt, die in der Fachschule Altenpflege tätig sind. Außerdem ist endlich Zeit für die Veröffentlichung von Unterrichtsmaterialien und anderen Publikationen. Bereits im kommenden Jahr soll eine Arbeitshilfe erscheinen, die Materialien für den Religionsunterricht in multireligiösen Klassen und hier besonders für die Niveaustufen 2 und 3 enthält.

Nicht nur im BBS-Bereich, sondern auch im RPI insgesamt entstehen gerade viele neue Projekte: Für das Jahr 2019 haben wir uns selbst den Themenschwerpunkt Demokratieerziehung gesetzt. Die Diskussionen und Dachvorträge sollen am Ende in eine Veröffentlichung münden und auch die Herbsttagung des kommenden Jahres greift dieses Thema auf.

Ein spannendes und nach wie vor spannungsgeladenes Thema ist und bleibt der Islamische Religionsunterricht. Damit haben wir am RPI auch in ganz verschiedener Hinsicht zu tun – und wir sind sehr gespannt, wie es da weitergeht.

Was mich persönlich beschäftigt, ist das Thema, das sich jetzt auch in meiner ersten Arbeitshilfe niederschlagen wird: Wie kann evangelischer (und also konfessioneller) Religionsunterricht in multireligiösen Klassen stattfinden? Wie – und mit welchem Ziel – kann man evangelische Themen unterrichten, wenn die Mehrzahl der Schüler*innen einem anderen Glauben angehört oder sich als atheistisch beschreibt? Darüber weiter nachzudenken, finde ich spannend und lohnenswert; gerne möchte ich das auch mit Ihnen gemeinsam auf der Jahreskonferenz BBS 2020 tun. Denn zwei Dinge stehen für mich fest: 1) Die Tatsache, dass unsere BBS-Schülerschaft immer vielfältiger wird, wird auch den Religionsunterricht prägen. 2) Die Erfahrungen, die wir an berufsbildenden Schulen im Religionsunterricht jetzt schon machen, sind wegweisend dafür, wie es in einigen Jahren in der Schullandschaft in Bezug auf den Religionsunterricht insgesamt aussehen wird.

Ich bin Ihnen allen als Kolleginnen und Kollegen dankbar für den Austausch zu diesen und anderen Themen und freue mich auf zahlreiche weitere Begegnungen in Loccum.

Ihre

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